Stadthaus fiel in die Hände der Angreifer

Stadtbürgermeister Günter Schnitzler ergibt sich nach kräftiger aber letztlich erfolgloser Gegenwehr den Angreifern und überlässt Ihnen das Stadthaus. Als Zeichen der Aufgabe hisst er persönlich die weiße Fahne. Anschließend wird er von der Garde des Vereins Akademie für freie Künste, Wissenschaft und Narrheit zu Polch bei Kaan auf dem Maifeld und den Viedeler Carnevals Verein gefangen genommen und dem närrischen Publikum vorgeführt




 


Samstag 18. Februar 2012 - gegen 11:11 Uhr rückten die Garden des Vereins Akademie für freie Künste, Wissenschaft und Narrheit zu Polch bei Kaan auf dem Maifeld 1888 e.V. mit lauten Trommeln gegen das Stadthaus vor, in dem sich der Stadtbürgermeister zusammen mit seinen Beigeordneten verschanzt hatte. Zunächst wurde das Gebäude mit lautem Knallen unter Feuer genommen bis es nach einer circa zwanzig Minuten dauernden Gegenwehr dem Gardeoffizier Michael Schink und seiner charmanten Begleiterin Andrea Kolligs gelang, den Stadtbürgermeister in seinem Domizil festzunehmen. Er war gerade dabei, zum Zeichen der Aufgabe die weiße Flagge zu hissen, als die beiden eintraten. In seiner anschließenden Rede beschrieb er die Situation 2010, als er durch das Geschoss einer Schneeballkanone zum Aufgeben gezwungen wurde. In diesem Jahr hatte man sich eine andere Taktik ausgedacht und sich verbarrikadiert. Leider führte die Neugier der Beigeordneten dazu, dass die Fenster geöffnet wurden und so zog der Rauch der Geschosse in die Raume des Stadthauses. Der Stadtbürgermeister saß derweil auf der hölzernen Schatztruhe im Keller des Hauses, um die Geldbestände der Stadt zu bewachen. „Erst ein Blick in die leere Truhe hat mich dann bewogen, mich doch zu ergeben“, bekannte Günter Schnitzler dem närrischen Volk. Daraufhin übergab der dem Gardeoffizier ein wertvolles Geschenk, denn der als Bauarbeiter verkleidete Stadtbürgermeister hatte vor vielen Jahren das Handwerk des Maurers erlernt und heute die damals erste in seinem Besitz befindliche Wasserwaage mitgebracht. „Tja nun bin ich nicht mehr Chef im eigenen Haus“, sagte er zum Abschluss und wies mit einem Augenzwinkern darauf hin, dass ja gerade auch in Berlin ein gut dotierter Posten freigeworden sei, den es innerhalb von 30 Tagen zu besetzen gelte.



Stadtbürgermeister Günter Schnitzler von der Garde des Vereins Akademie für freie Künste, Wissenschaft und Narrheit zu Polch bei Kaan auf dem Maifeld und den Viedeler Carnevals Verein gefangen genommen und dem närrischen Publikum vorgeführt



Anschließend verlas der Gardeoffizier Michael Schink die närrischen Paragrafen, die nun bis Aschermittwoch Gültigkeit haben. Zum Abschluss dankte der Stadtbürgermeister allen Anwesenden für ihr Kommen und lud alle zu kühlen Getränken und echter Maifelder Kartoffelsuppe ein.

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