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Die Stadt und ihre StadtteileStadt PolchLage und EntstehungPolch mit den Stadtteilen Kaan und Ruitsch und der Eingemeindung Nettesürsch liegt im Obermaifeld im Landkreis Mayen-Koblenz. Woher die Bezeichnung Maifeld stammt ist ungeklärt. Man vermutet, dass sie mit dem römisch-fränkischen Kaiser Magnentius zusammenhängt, der hier um 350 nach Christus geweilt haben soll. Seitdem taucht jahrhundertelang in Urkunden die Bezeichnung "pagus Magnensis", auch "meginsveld", auf. Denkbar ist aber auch, dass die Bezeichnug aus dem keltischen "meginos" oder "magos" abgeleitet ist, was eben oder flach bedeutet und somit auf diese Landschaft bezogen werden kann. Charakterisiert wird sie durch eine waldlose Hochfläche aus unterdevonischen Schiefern, die zur Hocheifel infolge einer Störung abgegrenzt ist. Sie ist überlagert mit diluvialem Löß und vulkanischen Tuffen. Die Verwitterungsböden bieten günstige Voraussetzung für den Getreideanbau, der hier vorwiegend betrieben wird. Die Autobahn A 48 (Koblenz - Trier - Luxemburg - Frankreich) führt nördlich an Polch vorbei. Die Stadt ist mit Mayen und mit Koblenz über die Landstraße 52 verbunden. Mayen, die ehemalige Kreisstadt, ist das nächste Mittelzentrum in 11 km Entfernung. Bis zu Oberzentrum Koblenz sind es 25 km. 1785 waren es 932 Menschen, die in Polch lebten, 1885 waren es bereits 2.577. Im Jahre 1985 lebten in Polch 4.008 Einwohner und heute zählt die Stadt 6.800 Bewohner. Der Gemeinde Polch wurden 1987 die Stadtrechte verliehen. Es liegt im Dunkeln, wann die ersten Menschen nach Polch kamen. Werkzeuge aus der mittleren Altsteinzeit (Paläolithikum 100 000 - 8000 v. Chr.) wurden in der Polcher Region gefunden. 1936 fand man im Distrikt "Netteberg" beim Autobahnbau Mammutknochen und Quarzitbrocken. Der heutige Rastplatz "Mammutgrube" an der Autobahn weist darauf hin. Ein weiterer geschichtsträchtiger Fund ist ein Teller mit Schwarzfirnisüberzug aus der zweiten Hälfte des 3. Jh. n. Chr. Gefunden wurde er in der Flur "In den Gaichen" am Westrand von Polch.Zur Zeittafel der Stadt Polch >>> Polch - RuitschRuitsch taucht in den meisten vorgeschichtlichen Epochen als Fundstätte auf, woraus man auf eine lückenlose Besiedlung schließen kann. Die Lage, in einer tiefen Mulde, an einem Seitentälchen der Nette, war sicher zu allen Zeiten als Wohnplatz günstig.
Polch-KaanKaan ist um 1600 nur ein Weiler gewesen, damals von 10 Bürgern bewohnt. Aus dem Jahr 1138 wissen wir, dass die Klöster St. Thomas Andernach und St. Paulin in Trier dort begütert waren.In der jetzigen Kapelle, 1929 erbaut, befinden sich zwei wertvolle Statuen, die den hl. Nikolaus sowie den hl. Larentius darstellen und aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammen. Sie dürften aus der Antoniuskapelle kommen, die 1679 benediziert wurde. Polch-NettsürchNettesürsch war als kurtrierisches Lehen 1327 im Besitz der Familie Bayer von Boppard. Im Jahre 1521 wurde es an Philipp von Eltz verpfändet und gehörte schließlich dem Grafen von Metternich (bei Euskirchen). Im Jahre 1851, als Polch bereits 2000 Einwohner zählte, lebten in dem kleinen Örtchen nur 35 Bürger.
Nachweislich kommt der Schiefer der Jakobs-Kapelle der Heidger-Mühle/Maifeld aus dem Bergwerk Margareta. Dieses Kapelle von 1756 besaß bis vor wenigen Jahren die ursprüngliche Dachdeckung, die über 200 Jahre überdauerte. Lange galt dieses Dach als das älteste noch ursprüngliche und funktionstüchtige Schieferdach in Europa.
Leider ist die Bergwerksromantik in Nettesürsch schon vorbei, denn heute führt ein mit LKW befahrbarer Serpentinen-Tunnel als Hauptförderstollen in die Tiefe. Diese seit 1994 weltweit beachtete Innovation sichert dem Förderunternehmen die notwendige Wirtschaftlichkeit um sich gegen Mitbewerber im Bereich des Tagebaus behaupten zu können. |